Ameisen Update
Heute morgen hole ich eine nagelneue, gestern gekaufte, ungeöffnet in den Schrank gelegte Packung rausgeholt, die lebte.
Die Mistviecher haben ein Loch hineingebissen/gebohren/geätzt um an den Inhalt zu kommen!!!
Zur Feier, daß wir die Präsentation hinter uns haben, haben wir unseren Kater von der abendlichen Feier in Jacksonville auskuriert, indem wir zum Football-Spiel gegangen sind. Leider passte zeitlich nur Pre-Season, also Trainingsspiele. Dadurch war die Stimmung etwas enttäuschend, kein Gegröle, kein großes Anfeuern, keine Flaggen, ... Und bei einem Season-Spiel hätten die Jaguars wahrscheinlich auch besser gespielt und nicht verloren. Trotzdem war es nett, mal in einem amerikanischen Stadion zu sein und zu versuchen, dieses Spiel da unten zu kapieren. Das Erstaunlichste fand ich das Verhältnis zwischen echter Spielzeit und Pausen. Das Spiel hat 4 Quarter à 15 Minuten plus eine längere Pause von 12 Minuten, macht zusammen eine Stunde und 12 Minuten. Gedauert hat es aber ziemlich genau drei Stunden!
In der ganzen kleinen Pausen wurden Gewinnspiele gemacht, die Cheerleaders ("The Roar") haben sich abgemüht, die Trommelgruppe (D-Line) hat ziemlich gut getrommelt oder das Maskottchen hat das Publikum unterhalten, was auch ganz witzig war. Und in der Halbzeitpause gab es eine BMX-Show.
Vor einigen Tagen hatten wir ein grosses Problem mit kleinen Tierchen. Abends haben wir vier, fuenf Ameisen entdeckt, an denen wir uns nicht weiter gestoert haben. Als wir jedoch am naechsten Morgen in die Kueche kamen, war die Wand eine einzige grosse Ameisenstrasse, auf der es wimmelte. Naiv wie wir waren, machten wir unseren Voratsschrank auf - und gleich wieder zu, bevor uns bei dem Anblick schlecht werden konnte.
Bei der ersten Sichtung hat es uns noch erschreckt, inzwischen ist es zum Haustierchen geworden: Unser Maeuschen, von dem wir nicht wissen, ob es eine grosse Maus oder eine kleine Ratte ist. Auf jeden Fall ist es sehr putzig zu beobachten, wenn es abends auf unserer Veranda umherhuscht, ins Haus hat sie sich bisher aber noch nicht verirrt. Was auch gut ist.
Da ich das Wochenende nicht arbeitend vor dem Computer verbringen wollte, habe ich Kristian mal wieder Gesellschaft beim Datensammeln geleistet. Im Gegensatz zu den Matschspielchen, die abgeschlossen sind, war dieser Ausflug eigentlich extrem langweilig: vier Stunden lang im Schneckentempo in einer Bucht herumfahren, während der Echolot Daten aufnimmt. Auch das Wetter hat eher meine Sehnsucht nach norddeutschem Wetter gestillt (ich weiß, ich bin undankbar): Grauer Himmel, Wind (Ich liebe ihn!!!!!) und ab und zu ein Nieselregen. Das Einzige, was ab und zu für etwas Abwechslung sorgte, war der Motor. Kristian hat die Vegetation (scharfes, hartes Marschland-Gras) mit seiner Schraube ziemlich in Mitleidenschaft gezogen (ließ sich nicht vermeiden), was sich darin rächte, daß er alle 20-30 Minuten den Motor hochholen und vom Gras befreien mußte.
Was mich auch fasziniert hat, ist die extreme Veränderung in der Landschaft, wenn auf einmal alles, was man als matschiges Festland mit ein paar Flüssen dazwischen kennt, als eine einzige Wasserfläche mit Grashalmen sieht. Gezeiten sind ja weder etwas Neues noch etwas Ungewöhnliches für ein Nordlicht, aber in dieser Form sind sie mir noch nie aufgefallen.
Nachdem es schon lange unser Wunsch war, haben wir es endlich geschafft, einmal mit einer Gruppe nach Wassaw Island zu fahren, einer Barrier Island, die nur von 4 Menschen (Rangers) bewohnt wird und nur mit einem Boot zugänglich ist.
Eine subtropische Landschaft, in der Lorbeerbäume wachsen, in der Alligatoren, deren Fuß- bzw. Schwanzspuren man sieht, die Fahrwege benutzen und in der der Strand bei bestem Wetter menschenleer ist und man vor dem Baden gew
arnt wird, nicht auf Rochen zu treten. Wo man keine Schneckenhäuser sammeln kann, weil alle von Einsiedlerkrebsen bewohnt werden, die man auch mal bei der Paarung beobachten kann. Und wo es das am Strand gibt, auf das wir es abgesehen haben: Sanddollars, runde,
flache, schöne Scheiben, mit Löchern und einem Stern auf der Oberseite.
Bevor wir am Freitag wieder zurückfahren mußten, sind wir noch ein letztes Mal durch Miami Beach geschlendert, wo alle Restaurants es darauf anlegten, uns ein Frühstück aufzuschwatzen. Leider hatten wir schon gefrühstückt, sonst wäre es vielleicht ein guter
Abschluß gewesen.
gesehen, worauf ich schon ewig aus war: Ein Manatee (Seekuh)! Extrem gemächliche Viecher, die aber leider zu viel unter Wasser waren, als daß man sie gut hätte fotografieren können. Angeblich soll es in allen Gewässern hier nur so wimmeln von den Viecher, an allen Ecken und Enden gibt es Warnhinweise, daß man langsam fahren soll, um sie nicht mit der Bootsschraube zu verletzen - nur zu sehen kriegt man sie nicht.
Während Noreen sich eine Strandtag in Miami Beach mit lustigem Leute-Beobachten gemacht hat, sind Verena und ich noch einmal aus der Stadt rausgefahren und haben dieses Mal die Straße durch die südlichen Everglades angesteuert, die ein
Nationalpark ist.
haben nicht eine einzige sumpfige Stelle auf der Strecke gefunden, viel mehr mit glasklarem, leicht gelb-rot gefärbtem Wasser überschwemmtes Land. Die Begründung für die Farbe haben wir später bekommen, als wir durch ein
Mangrovenwäldchen liefen: Die Mangrovenwurzeln sondern Tannin ab, das das Wasser färbt. Und anhand des Wassers konnte man auch nachweisen, womit die Klospülungen dort funktionieren, die alle etwas gelblich sind...
Desweiteren haben wir uns einen Mahagonibaum angeguckt (unspektakulär), viele Zypressen, viel nasses Gras und auch von den mehreren Dutzend verschiedenen Mückenarten haben wir ein paar näher kennengelernt...
Der Mittwochsausflug war - zumindest für mich - der Höhepunkt der Reise. Nachdem wir den Stadtverkehr von Miami hinter uns gelassen hatten, ging es auf der US-1 auf die Florida Keys, eine langgezogene Inselgruppe von
1700 Inseln von denen diejenigen in einer Reihe mit Brücken verbunden sind, darunter die 7-Meilen-Brücke. Man fährt im Grunde etwa 140 Meilen ab
wechselnd auf Brücken und auf Inseln, neben sich das türkisblaue Wasser, Palmen, weißer Strand, vor sich die nächste Insel bzw. Brücke. Am Nationalpark Bahia Honda sind wir abgebogen und haben einen Badestopp eingelegt. Das Gefühl, unter einer Palme zu liegen und in kristallklares, leuchtend blaues, warmes
Wasser einzutauchen ist einfach unbeschreiblich. Eigentlich weiß man keinen Grund, aus dem Wasser zu gehen, frieren wird man bestimmt nicht, es wird nur irgendwann langweilig. Und außerdem kann man von Land aus besser den Pelikanen beim Fischen zusehen. Die zweite Attraktion des Nationalparks ist eine alte Brücke, von der aus man einen tollen Blick hat.
Dort in einer Strandbar ein leckeres, leicht exotisches Essen (Fisch mit Mango, Hähnchen mit Ananas) einnehmen und zum Sonnenuntergang zum Hafen, wo sich schon ein Haufen Leute angesammelt hatte. Der Sonnenuntergang in SkIO ist schöner, und irgendein idiotisches Segelboot meinte, sich gerade dann vor die Sonne schieben zu müssen, wenn sie versinkt, aber wer kann schon von sich behaupten, den Sonnenuntergang in Key West angeguckt zu haben, wo ganze Busladungen hingekarrt werden?
Der Dienstag war fast ein reiner Fahr-Tag, an dem wir von Kissimee nach Miami Beach, unserem letzten Standpunkt gefahren sind.